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MIT DOPPELSTRATEGIE SOUVERÄN DURCH KRISE
Heroldsberg. Der Schwanhäußer Industrie Konzern konnte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001/2002
in einem insgesamt trüben Umfeld souverän behaupten. Vor allem in Folge der Terroranschläge vom September 2001 war es zunächst zu einem starken Einbruch des Geschäfts gekommen. Dagegen konnten in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres deutliche Umsatzsteigerungen verzeichnet werden. Rekord-Investitionen (€ 23 Mio) führten in beiden Geschäftsfeldern zu massiven Mehrumsätzen mit neuen Produkten.
Zum Bilanzstichtag (30. Juni) übertraf der Konzernumsatz mit € 281 Mio die Erwartungen und lag nur knapp unter dem sehr hohen Vorjahreswert (€ 285 Mio). Aufgrund hoher Vorlaufkosten und Investitionen in neue Auslandswerke als auch weltweit schlechter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen sank der Konzern-Jahresüberschuss nach Steuern auf € 10 Mio.
In einem allgemein rückläufigen Markt war der Teilkonzern Kosmetik erstmals mit deutlichen Konsolidierungstendenzen, dramatisch verschärftem Wettbewerb und anhaltendem Druck auf Preise und Erträge konfrontiert. In der Folge kam es vor allem bei traditionellen Produkten zu einem Absatzrückgang. Dieser konnte aber mit außergewöhnlich erfolgreichen neuen Produktkonzepten kompensiert werden. Mit € 173 Mio Umsatz wurde der sehr hohe Vorjahreswert (€ 175 Mio) nahezu erreicht.
Im Teilkonzern STABILO waren erneut die seit Jahren schwierigen Bedingungen in einem weltweit hart umkämpften Stiftemarkt zu spüren. Der Umsatz lag bei € 108 Mio (Vorjahr € 110 Mio). Wichtige Erfolge im Hinblick auf die angestrebte Marktführerschaft in den drei Kern-Produktbereichen (Highlighting, Coloring, Writing) gab es sowohl bei der Einführung von Neuprodukten als auch beim Markenimage: Für immer mehr Jugendliche in ganz Europa ist STABILO eine moderne, farbenfrohe und sehr zeitgemäße Marke.
ZUKUNFTSSICHERUNG DURCH INNOVATIONSKRAFT UND AUSLANDSAKTIVITÄTEN SPIELRAUM FÜR ZUKUNFTSINVESTITIONEN
Der erwarteten noch härteren Marktlage soll auch weiterhin mit der bewährten Strategie – Innovation bei Produkten und Technologien sowie Engagement in ausländischen Märkten – begegnet werden. „Denn“, so Konzerngeschäftsführer Ulrich Griebel, „wir können nicht hoffen, dass sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld so schnell gravierend ändert. Dank eines guten Liquiditätspolsters können wir beide Felder aus eigener Kraft vorantreiben.“ Eine Schlüsselrolle kommt dabei auch den weltweit über 2800 Mitarbeiter/-innen zu. „Mit ihnen“, ist sich Konzerngeschäftsführer Wolfgang Handt sicher, „verfügt Schwan-STABILO auch über
die nötige Erfahrung im Umgang mit anspruchsvollen Geschäftssituationen und schnellen Marktveränderungen.“
WELTWEIT AKTIV
Hatte sich die Kosmetikindustrie seit Jahrzehnten zyklischen Konjunkturabschwüngen entziehen und Wirtschaftskrisen in der Vergangenheit sogar mit Wachstum trotzen können, sind inzwischen stagnierende bzw. rückläufige Umsätze branchentypisch.
Vor dem Hintergrund eines global stark abgekühlten Konsumklimas und des überdurchschnittlichen Wachstums im vorangegangenen Jahr behauptete sich Schwan-STABILO Cosmetics, im Private-Label-Geschäft nach wie vor weltweit führend, mit einer grundsätzlich stabilen Geschäftsentwicklung auf hohem Niveau (€ 173 Mio Umsatz). Auch im US-Markt, wo das 1996 gegründete US-Tochterunternehmen erstmals anstelle von Wachstum einen starken Umsatzeinbruch hatte hinnehmen müssen, zeichnet sich eine deutliche Erholung ab. Ebenfalls positiv verläuft die Entwicklung in den anderen Auslandstöchtern. Die für die Fertigung kostengünstiger Standardprodukte im Vorjahr aufgebaute tschechische Produktionstochter arbeitet inzwischen in voller Auslastung. Nach dem bereits erfolgten Einstieg in den chinesischen Markt nahm im Sommer auch das neu gegründete brasilianische Werk „Schwan Cosmetics do Brasil“ seinen Betrieb auf. So ist nun auch für diesen wichtigen Markt ein lokaler Zugang ohne Importbarrieren gegeben.
HIGH -TECH STATT HOLZ -SPITZER
Vor allem im Stammgeschäft – mit überwiegend traditionellen spitzbaren Kosmetikstiften – kam im Vorjahr die Nachfrageschwäche klar zum Tragen. Dagegen stießen fast alle Neuprodukte, die 2001 erstmals verkauft wurden, auf großes Kunden-Interesse. Produktinnovationen, die von Verbrauchern auch eindeutig als Zusatznutzen wahrnehmbar sind, zeichnen diese Generation der „High-Tech“-Kosmetik aus. Gleichzeitig setzt sie aber auch hohe technologische Kompetenz voraus. Alles in allem das Ergebnis intensiver Arbeit der eigenen Ideenschmiede „Tomorrow Cosmetics“. Mittlerweile arbeiten am Standort Heroldsberg über 100 hochqualifizierte Mitarbeiter/-innen interdisziplinär an der Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Prozesstechnologien.
Der weltweite Marktanteil von Schwan-STABILO Cosmetics konnte weiter ausgebaut werden. Dazu beigetragen haben sowohl das weltweite Engagement, um im Massengeschäft eine entscheidende Rolle zu spielen, als auch die Investition in Produkte, mit denen höhere Preispunkte zu besetzen sind.
MARKE TROTZT DRUCK
In einem wirtschaftlich und politisch turbulenten Umfeld wurden die Schwankungen in der allgemeinen Konsumfreudigkeit sowie dem Einkaufsverhalten gewerblicher Nachfrager bis in die Schreibgerätebranche spürbar. In diesem seit langem insgesamt stagnierenden Markt bestimmen Konzentrationsdruck auf Hersteller- und Handelsebene sowie verschärfter Wettbewerb und Preiskampf den Alltag. Typisch für die Branche sind immer höhere Konditionsforderungen, die sich direkt auf Ertrags- und Investitionskraft von Herstellern auswirken, sowie ein zunehmender Trend zu Handelsmarken und Discountern.
Mit dem umgekehrten Weg, einem intensiven Bekenntnis zur starken Marke sowie hohen Investitionen in Neuprodukte stemmte sich die Schwan-STABILO Schwanhäußer GmbH & Co.KG im abgelaufenen Geschäftsjahr gegen diese allgemeine Entwicklung. Der erzielte Umsatz lag bei € 108 Mio. Erfreuliche Zuwächse, die den Negativ-Kurs der Vorjahre beendeten, gab es in den meisten europäischen Märkten. Leicht rückläufig war dagegen das Deutschland-Geschäft. Hier kam die zeitweilige Insolvenz der Herlitz AG, langjähriger Partner für das SB-Geschäft, zum Tragen. Für gestiegene Kosten sorgte auch die SAP-Einführung an den Standorten Heroldsberg und Weißenburg, die nach einer 18-monatigen Projektphase im November 2001 reibungslos stattfand.
STABILO: DORT, WO JUGENDLICHE SIND
Um die STABILO-Zielgruppe der 12–29 Jährigen, die nach ständig neuen Kaufanreizen verlangt, zufrieden zu stellen, ist es wichtig, kontinuierlich Neuheiten zu bieten. Dass diese Strategie, bei der auch Trendgespür und Design der Produkte eine wesentliche Rolle spielen, bei den Verbrauchern ankommt, belegen Konsumentenbefragungen: Trendsetter identifizieren sich mit Marke und Produkten von STABILO. Erst diese Akzeptanz machte ein Vordringen in lukrativere Preispunkte möglich. Gleichzeitig unterstreicht das Unternehmen damit seinen Anspruch auf die Marktführerschaft in den drei Kernbereichen Highlighting, Writing und Coloring.
Erhebliche Investitionen in Kommunikationsmaßnahmen sollen einen weiteren Beitrag zur Popularität von STABILO bei europäischen Jugendlichen leisten. So startete in 19 Ländern ein Style-Wettbewerb, der sich auch in den kommenden Jahren als Jugend-Plattform etablieren soll. Mit einem TV-Spot wird in Frankreich, Italien, Schweiz und Deutschland für die Trend- Reihe „STABILO ‘s move“ in einem entsprechend jungen Programm-Umfeld geworben.
Stand: Dezember 2002 |